Tarifpolitisches Chaos bei ver.di
Wednesday, 21 June 2006

Pressemitteilung des BDWS 11 / 06

„Tarifpolitisches Chaos bei ver.di“


Ver.di lehnt seit Jahren Tariferhöhungen ab

Als „fragwürdig und überzogen“ bezeichnete heute der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen, Dr. Harald Olschok, die Aktivitäten der Gewerkschaft ver.di gegen das Sicherheitsgewerbe in Hamburg. In den öffentlichen Äußerungen und Flugblättern von ver.di, so Olschok, sei in keiner Weise erwähnt, dass der Arbeitgeberverband BDWS in den vergangenen Jahren mehrfach Lohnerhöhungen für die über 6.000 Beschäftigten im Hamburger Sicherheitsgewerbe angeboten habe. Dies sei, so Olschok, ein beispielloser Vorgang in der Tarifgeschichte des Sicherheitsgewerbes in Hamburg. Nicht die Arbeitgeber, sondern die Gewerkschaft ver.di verweigere seit Jahren ihren Mitgliedern eine Lohnerhöhung!


WM als Plattform

Bereits am 1. Juni 2006 hatte ver.di eine Pressekonferenz zu den Arbeitsbedingungen im Sicherheitsgewerbe abgehalten und dabei die oben angesprochenen Fakten bewusst verschwiegen. In einer Kundgebung am 15. Juni 2006 in Hamburg solle nun die WM 2006 als Plattform genutzt werden, das gesamte Sicherheitsgewerbe in Hamburg zu diskreditieren, so Olschok.


„Chaotische Tarifpolitik“

Der Lohntarifvertrag für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in Hamburg war bereits am 29. Februar 2004 (!) ausgelaufen. In einer ersten Verhandlungsrunde im Jahre 2004, so der Hauptgeschäftsführer des BDWS, habe ver.di gefordert, die Stundenlöhne auf völlig überzogene 10 Euro anzuheben.  Mittlerweile fordere ver.di für alle Lohngruppen „nur noch“ einen Stundengrundlohn von 7,50 Euro. Gleichzeitig habe man mit den Verbänden der Zeitarbeit vor wenigen Tagen einen Mindestlohn von 7 Euro pro Stunde für Hamburg  vereinbart. Wer nun für das Wach- und Sicherheitsgewerbe 7,50 Euro fordere und wisse, dass es z. T. sich überschneidende Arbeitsgebiete von Sicherheits- und Zeitarbeitsfirmen gebe, disqualifiziere sich als seriöser und kompetenter Verhandlungspartner selbst und betreibe eine „chaotische Tarifpolitik“, so Olschok.

Effektivlöhne zum größten Teil wesentlich höher

Der BDWS-Hauptgeschäftsführer wies auch darauf hin, dass die in Hamburg vereinbarten Tariflöhne immer Mindestlöhne seien. Nur ca. 20 % der Beschäftigten würden zum tariflichen Grundlohn beschäftigt. Über 50 % aller Beschäftigten in Hamburg erhalten einen Stundenlohn von über 7,40 Euro. Es gäbe auch Beschäftigte, die aufgrund von Qualifikation und Kundenanforderungen Stundenlöhne bis zu 14 Euro erhalten würden. Die Tarifpolitik des BDWS in Hamburg sei seit Jahrzehnten flexibel und marktgerecht und böte zahlreiche von den Arbeitgebern gewünschte Erhöhungsspielräume,  so Olschok.


Erhöhung der niedrigen Grundlöhne gefährdet Arbeitsplätze

Bei den vergleichsweise niedrigen tariflichen Grundlöhnen könnten auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden, deren Qualifikation nicht allzu hoch sei. Eine Erhöhung dieser Mindestlöhne auf 7,50 Euro pro Stunde würde zu einer Rationalisierung bzw. Technisierung und damit zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen.


BDWS fordert verdi  zu verantwortungsvoller und sachgerechter Tarifpolitik auf

„Dem von ver.di eingeschlagenen Weg, mit falschen Behauptungen und einer durchsichtigen Strategie den Unmut der Beschäftigten hervorzurufen, wird der Verband jetzt aktiv entgegen treten“, so der Hauptgeschäftsführer des BDWS. Hätte ver.di in den vergangenen 2 Jahren die Angebote des Verbandes angenommen, so hätte man sich dem von der Gewerkschaft geforderten Stundengrundlohn von 7,50 Euro in der Stunde angenähert. Abschließend forderte Olschok ver.di auf, auf unsinnige und für das Sicherheitsgewerbe rufschädigende Aktionen zu verzichten und mit der Landesgruppe Hamburg des BDWS wieder unverzüglich in Tarifverhandlungen einzutreten.

 
< zurück   weiter >