DIN EN 15602 Erste europäische Norm für Sicherheitsdienstleister liegt nun vor
Thursday, 24 April 2008

DIN EN 15602 Erste europäische Norm für Sicherheitsdienstleister liegt nun vor



Sehr geehrte Damen und Herren,
 
auf Antrag des BDWS wurde im Jahr 2004 erstmals die Arbeit zur Entwicklung einer europäischen Norm für Sicherheitsdienstleistungen aufgenommen. Leiter dieses Arbeitskreises war der Hauptgeschäftsführer des BDWS, Dr. Harald Olschok, die Geschäftsführung hatte Dr. Holger Mühlbauer vom Deutschen Institut für Normung (DIN). Mit diesem Antrag wurde die erfolgreiche Arbeit an der DIN 77200 „Anforderungen an Sicherungsdienstleistungen“ fortgesetzt. In einem sich immer weiter entwickelnden Europa wird die Bedeutung nationaler Normen immer geringer. Deshalb war es sinnvoll und notwendig, diesen europäischen Weg einzuschlagen. Die ursprüngliche Zielsetzung, ein eigenständiges europäisches Normungsprojekt abzuschließen, konnte jedoch noch nicht realisiert werden. Zu groß waren die Unterschiede in den 29 Mitgliedsstaaten des Europäischen Normungsinstituts CEN. Man konnte sich deshalb nur darauf verständigen, ein sog. „Terminologie-Projekt“ zu bearbeiten und zu verabschieden.
 
Das Ergebnis dieser letztlich langwierigen Arbeit liegt mittlerweile vor. Die DIN EN 15602 „Sicherheitsdienstleister / Sicherungsdienstleister-Terminologie“, deutsche Fassung, liegt inzwischen vor und kann über den Beuth-Verlag bezogen werden (www.beuth.de). Diese Norm ist sowohl im Download für 48,49 Euro als auch im Versand für 43,60 Euro zu beziehen. Das Inhaltsverzeichnis kann ebenfalls über die Homepage des Beuth-Verlags eingesehen werden.
 
Die Norm besteht aus 11 Kapiteln. Es wird ein Überblick über den Anwendungsbereich der Norm gegeben. Anschließend werden folgende Begriffe definiert und ausgeführt:
Ausbildung, Auswahl des Personals, Bewachung durch Personen, mobile Streifen, Alarmverfolgung, Schlüsseldienst, Veranstaltungsschutz, Türsicherheit, Personenschutz, Dienstleistung im Zusammenhang mit der öffentlichen Ordnung und Allgemeines.
 
Gab es ursprünglich Widerstände seitens des europäischen Dachverbandes des Sicherheitsgewerbes, CoESS, so hat sich mittlerweile die Überzeugung durchgesetzt, weitere Normungsvorhaben auf europäischer Ebene in Angriff zu nehmen. Auf Grund der großen Unterschiede in den 27 EU-Staaaten wird es zunächst kein eigenes Normungsvorhaben für unsere Branche geben. Vielmehr gilt abzuwarten, wie sich die Europäische Kommission im Jahre 2011 entscheidet. Nachdem das Sicherheitsgewerbe aus dem Geltungsbereich der EU-Dienstleistungsrichtlinie heraus genommen wurde steht die Entscheidung an, ob es zur Verabschiedung einer eigenständigen EU-Richtlinie für Sicherheitsdienstleistungen kommen wird.
 
In Kürze wird es zur konstituierenden Sitzung eines europäischen Normungsvorhabens zum Thema „Flughafensicherheit“ kommen. Sobald uns weitere Informationen vorliegen, werden wir den Fachausschuss Aviation informieren.
 
Dr. Harald Olschok
- Hauptgeschäftsführer -
BDWS und BDGW, Bad Homburg

 
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